Ein Porträt von Peter Daniel Sicka

Bedingt durch eine notwendige Revision unserer großen Becken aus Eternit im Vereinsheim ergab sich die Möglichkeit eines kompletten Umbaus der Seewasseranlage.
Bisher betreute ich das bekannte Riffbecken mit einem Inhalt von 1200 Liter und konnte nun zwei Seewasserbecken konzipieren und somit einen lang gehegten Wunsch verwirklichen, nämlich den Aufbau zweier unterschiedlichen Typen von Seewasseraquarien.


Hierbei möchte ich an dieser Stelle einen herzlichen Dank sagen an Mathias Reising, von Meeresaquaristik Reising in Alzenau-Wasserlos, der mich und den Verein bei dieser Neuordnung tatkräftig unterstützte und das Sponsoring des großen Seewasseraquarium übernommen hat.
Bisher stand ich, wie viele Aquarianer die Seewasseraquaristik betreiben, vor dem Problem, dass in einem Becken oft nicht Korallen und Fische kompatibel sind. Nur ungern verzichtet man auf die schönen Fischarten, die an die Korallen gehen und diese schädigen.
Nun hatte ich die Gelegenheit beides zu verwirklichen in einem Riffbecken, das die Korallen in den Vordergrund stellt, und einem Aquarium für Seewasserfische, die teilweise ja auch sehr groß werden können.
Ein weiterer Wusch war es, die Becken auch in der Gestaltung optimal auszurichten, da es sich um Schaubecken im Verein handelt und Lust auf unser schönes Hobby machen sollen.
Die meisten Seewasseraquarien, die man so zu sehen bekommt, sind ja auch oft „Steinhaufen“ ohne jede gestalterische Konzeption und manches großes Becken verliert z.B. an Tiefenwirkung durch das „Vollstopfen“ mit Korallen und Überladung um jeden Preis.

Zum Konzept im Einzelnen:

Korallenriffaquarium SkizzeKorallenriffaquarium

Maße: 150X60X60 cm
Inhalt/Liter: 540
Material: Vollglas 12 mm
Werte: Salzdichte 1,022 , der PH-Wert liegt bei 7,9 bis 8,2,
Temperatur eingestellt auf 25 Grad C,
KH-Wert 10-12 und Calziumwert 400-450 im Becken.

 

 

 


Die Skizze zeigt den Grundaufbau des Aquarium auf und ist mit Hinterschnitten und Überhängen ausgelegt. An Material wurden lebende Steine verwendet, die aus dem „Altbecken“ in genügender Anzahl vorhanden waren. Die Rückwand wurde in der Mitte bewusst nicht zugebaut, um eine Tiefenwirkung hinter den Korallen zu erzeugen. Die Rückseite des Beckens ist deshalb auch mit dunkelblauer Folie an der Außenseite bestückt. Die Seitenwände sind bis vor an Frontscheibe mit dem Aufbau versehen, wobei darauf geachtet wurde, dass das Reinigen der Frontscheibe nicht behindert wird. Die Rückwand ist teilweise auch zu reinigen, um den blauen Hintergrund zu erhalten.
Im Becken befinden sich zwei Strömungpumpen im Aufbau verborgen, die eine gute Verwirbelung und Strömungsauslegung im Aquarium gewährleisten.
Das Aquarienwasser läuft über einem Ablaufschacht in das unter dem Aquarium befindliche Auffangbecken ab. Von hier wird es mit einer großen Eheim-Pumpe wieder in das Aquarium zurückbefördert.
Im Auffangbecken befindet sich auch der Kalkreaktor und der Eiweißabschäumer.
Für die Zugabe der notwendigen Spurenelemente sorgen 3 Dosierpumpen, die über eine Zeitschaltuhr gesteuert werden. Ein Nachfülltank für Klarwasser mit einer automatischen Pegelstandskontrolle ergänzen und vervollständigen den unteren "Technikbereich".
Als Beleuchtung habe ich eine Leuchte aus Edelstahl von einem Freund bauen lassen, die mit fünf T 5 Röhren bestückt ist, 2 Blue-Light und 3 Weiße Leuchtstoffröhren.
Überhaupt, bin ich mit den T5 Röhren sehr zufrieden und hatte diese auch schon auf meinem vorhergehenden Becken in Einsatz ohne Probleme.

Zur Bestückung des Beckens im Einzelnen:
Fische: Ein Schwarm von 10 Pyjama-Kardinalbarschen, Sphaeramia Namatoptera
2 gelbe Seebader, Zebrasoma flavescens
1 Sandgrundel, Valenciennea puellaris
1 Nymphen-Zwergbarsch, Pseudochromis paccagnellae
1 Orangenbinden-Pinzettfisch, Chelmon rostratus
1 Blauschwarzer Herzogfisch, Centropyge bispinosus
10 Weißband-Putzergarnelen, Lysmata amboniensis
Niedere Tiere/Korallen:
verschiedene Krustenanemonen der Arten Protopalythoa und Zanthus
Scheibenanemonen, Ricordea yuma,Discosoma spp. Rhodactis cf. Rhodostoma
1 Kelchkoralle der Gattung Tupastrea ( orange/gelb, die gut Futter annimmt).
Weiterhin Korallen der Gattungen und Art, Galaxea, Fungia, Heliofungia, Porites, Acropora, Pocillopora, Leptoria, Euphyllia, Mussa und Xenia.
Außerdem ein orangefarbener tropischer Schwamm, den ich nicht bestimmen kann.
Gefüttert werden die Fische und Garnelen mit normalem Trockenfutter, Spirolina-Algen, Spinat und Frostfutter wie Salinenkrebse etc. In der warmen Jahreszeit kommt natürliches Futter wie "Wasserflöhe und Cyclops" sporadisch hinzu.
Für die niederen Tiere verwende ich zusätzlich Marine-deluxe und Frostfutter wie rote Rädertierchen, Lobstereier und Mysis.

Riff-Fisch-Aquarium SkizzeDas Riff-Fisch-Aquarium

Maße: Frontscheibe 250 cm, Becken Rückwand schräg ablaufend, größte Tiefe 150 cm
Geringste Tiefe 80 cm. Höhe 80 cm.
Inhalt: ca. 2.400 Liter
Material: Eternit, Frontscheibe Glas, 16 mm stark.
Werte: Salzdichte, 1,020. PH-Wert 7,9 – 8,3. Temperatur 24-25 Grad C.

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Bei der Konzeption und dem Aufbau dieses Beckens galt es, auch den größeren Riffbarschen eine neue Heimat zu bieten mit Platz zum Schwimmen und genügend Versteckmöglichkeiten.
Die Skizze zeigt auch hier den Riffaufbau im Becken, bei dem darauf geachtet wurde, das Hinterschnitte und Überhänge gegeben sind. Ein seitlicher Teil des Aquarium ist als “Filterteil” abgetrennt aber über einen Überlauf mit dem Becken verbunden. Hier soll die eingebrachte Filterwatte Schwebeteile binden. In diesem Filterteil ist ein großer Eiweißabschäumer untergebracht, dessen Ablauf über eine Rohrleitung an der Rückseite des Aquarium entlang geführt wird.
Im Becken hinter einem Aufbau aus Riffgestein, befindet sich eine Pumpe (von oben zugänglich), die die unter dem Aquarium befindliche UV-Lampe (bestückt mit 4 Röhren) versorgt und über eine Zuleitung wird das Wasser dann wieder rückgeführt.
Außerdem habe ich einen großen Filtertopf mit Pumpe unter dem Aquarium angebracht, der im eigenen Kreislauf das Wasser zusätzlich filtert. Eine große Strömungspumpe sorgt für die notwendige Wasserbewegung.
An Beleuchtung sind sechs T8 Blue-Light Röhren angebracht und eine weitere Leuchte mit fünf T5 Röhren wird zugeschaltet. So ist das Aqaurium gut ausgeleuchtet, um auch den im Becken befindlichen Krustenanemonen, Anemonen und Weichkorallen genüge zu tun.

Zur vorläufigen Bestückung des Beckens im Einzelnen:
Fische: 2 Jungtiere Imperator-Kaiser, Pomacanthus imperator, 2 ausgewachsenen Pfauen-Kaiserfische, Pygoplites diacanthus, Weißbinden-Anemonenfsiche, Amphiprion melanopus,
der zweigeteilte Lippfisch, Macropharyngodon bipartitus, Orangefleck-Doktorfisch, Acanthurus olivceus , Palettendoktorfische, Parachanthus hepatus, die Seebader, Zebrasoma desjardinii , Z. Flavescens, Z. Scopas, Gelbklingen-Nashornfische , Naso lituratus.
Daneben befinden sich noch Seeigel und ein großer Schlangenstern im Becken. Außerdem wird der Besatz durch einen geigneten Schwarmfisch ergänzt werden.
Gefüttert wird mit Spinat, Löwenzahn, Algenprodukten und allgemeinem Trockenfutter, sowie ein Granualtfutter. Natürlich auch mit Frostfutter wie Artemia etc. und anderem geiegneten Angeboten an tiefgefrorener Kost.

Ja, so bin ich nun zufrieden habe eine große Freude an diesen beiden Aquarien, die unsere Aquarienanlage im Vereinsheim gut ergänzen.

Die Anlage kann auch besucht werden jeweils Mittwochs von 19-22 Uhr und Sonntags von 10-12:30 Uhr. Informationen gibt es hier auf unserer Homepage oder direkt bei mir per Mail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, Telefon 06154/52525.
Interessengemeinschaft Seewasser-und Riffaquaristik beim Aquarien-und Terrarienverein Hottonia e.V. Am Judenteich 16, in 64287 Darmstadt.

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